Schon seit einigen Jahren hatten wir die Idee, einmal Urlaub in Südamerika zu machen. Doch bei einem Kontinent dieser Größe stellt sich schnell die Frage: Wo fängt man an? Das erzählen wir in unserem Reisebericht Uruguay.
Warum wir nach Uruguay und Buenos Aires gereist sind
Nach einiger Recherche fiel unsere Wahl schließlich auf Uruguay – kombiniert mit einem Abstecher nach Buenos Aires.
Uruguay wird derzeit vor allem unter Expats und Auswanderern immer populärer. Auf YouTube gibt es zahlreiche Vlogs und Erfahrungsberichte, die das Land als eine Art „Schweiz Südamerikas“ beschreiben – politisch stabil, relativ wohlhabend und mit hoher Lebensqualität.
Auch der verstorbene Starkoch und Reisedokumentarist Anthony Bourdain hatte mein Interesse an der Region geweckt. In seinen Formaten A Cook’s Tour und Anthony Bourdain: Parts Unknown zeigte er immer wieder Orte abseits der klassischen Touristenpfade – und wenn „Tony“ irgendwo begeistert war, konnte man sich meist darauf verlassen, dass es sich lohnt. Das sollte also auch einen Reisebericht Uruguay wert sein.
Warum Uruguay und Buenos Aires?
Neben Uruguay reizte uns auch Argentinien. Spätestens seit der Wahl von Javier Milei ist das Land wieder stark im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit.
Die Wahrnehmung könnte dabei kaum unterschiedlicher sein:
Für Libertäre gilt Argentinien aktuell als wirtschaftspolitisches Experiment mit Vorbildcharakter, während viele klassische Medien Mileis Reformkurs eher kritisch sehen.
Für uns war klar: Wir wollten uns selbst ein Bild machen und dies in unserem Reisebericht Uruguay dokumentieren.
Unsere Erwartungen waren also vielfältig:
- Uruguay: entspannte Atmosphäre, gutes Essen und viel Grillkultur
- Buenos Aires: pulsierendes Großstadtleben und Metropolenflair
Die beste Reisezeit für Uruguay
Unsere Reise fand von Mitte November bis Anfang Dezember statt – also im Frühling auf der Südhalbkugel.
Diese Jahreszeit hat einige Vorteile:
- angenehme Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad
- weniger Touristen als im Hochsommer
- viel Sonne und lange Tage
Gerade für einen Städtetrip nach Montevideo oder eine Rundreise durch Uruguay ist diese Zeit ideal.
Anreise: Von Hamburg nach Montevideo
Die Anreise erfolgte mit LATAM Airlines.
Unsere Route:
Hamburg → Frankfurt → São Paulo → Montevideo
Ein Teil der Strecke wurde von Lufthansa durchgeführt.
Ganz ehrlich: Begeistert hat mich LATAM nicht unbedingt. Das eingesetzte Flugzeug – eine Boeing 777 – hatte seine besten Zeiten schon hinter sich. Sitze und Polster wirkten deutlich abgenutzt und auch das Catering auf der Langstrecke konnte nicht wirklich überzeugen.
Hinzu kamen kleinere organisatorische Probleme beim Gepäck. Beim Check-in stellten wir fest, dass unsere Koffer zunächst nur bis São Paulo eingecheckt waren, obwohl unsere Bordkarten bis Montevideo ausgestellt waren.
Ein hilfsbereiter Mitarbeiter von Lufthansa riet uns, dies nach der Landung in Brasilien zu klären. Zum Glück hatten wir dort ausreichend Umsteigezeit.
Zwischenstopp in São Paulo
Der Flug bis São Paulo verlief ansonsten problemlos und wir landeten am frühen Morgen in Brasilien.
Ganz sicher waren wir uns zunächst nicht, ob wir unser Gepäck erneut aufgeben müssten. Letztlich wandten wir uns an eine Mitarbeiterin in der LATAM-Lounge, die unser Gepäck anhand der Gepäckabschnitte tracken konnte.
Die gute Nachricht:
Unsere Koffer würden automatisch weiter nach Montevideo transportiert.
Die verbleibende Zeit am Flughafen nutzten wir effizient:
- eine eSIM für Südamerika von Saily installieren
- einen Kaffee trinken
- kurz durchatmen nach dem langen Flug
Kurz darauf startete auch schon der letzte Abschnitt unserer Reise nach Montevideo.
Ankunft in Montevideo
Die Einreise nach Uruguay verlief unkompliziert und vollständig elektronisch.
Ein kleiner Wermutstropfen:
Es gab keinen Stempel im Reisepass – für viele Reisende ja immer noch ein kleines Souvenir.
Zum Glück hatte auch unser Gepäck den Weg nach Montevideo gefunden.
Unser Hotel für die ersten drei Nächte lag in der Nähe der historischen Altstadt, also unweit von:
- dem Hafen
- der berühmten Markthalle Mercado del Puerto
- dem Fährterminal nach Buenos Aires
Erste Eindrücke von Montevideo
Die erste Überraschung kam direkt beim Verlassen des Flughafens.
Anders als in der Karibik – wo einen beim Verlassen des Terminals meist sofort schwüle Hitze und tropische Luftfeuchtigkeit empfangen – wirkte Montevideo zunächst eher … norddeutsch.
Es war windig und relativ kühl. Fast ein bisschen wie zu Hause in Hamburg. Immerhin: Die Sonne schien.
Den Hoodie, den ich eigentlich schon im Flughafen wieder in den Koffer packen wollte, behielt ich daher lieber an.
Taxi oder Bus? Vom Flughafen in die Stadt
Eigentlich hätten wir problemlos mit dem Bus nach Montevideo fahren können. Es war noch Vormittag und wir waren uns ohnehin nicht sicher, ob wir im Hotel schon einchecken dürften.
Allerdings stellte sich schnell heraus, dass man die Bustickets nur bar beim Fahrer bezahlen konnte – Kreditkarten wurden nicht akzeptiert.
Also entschieden wir uns schließlich für ein Taxi.
Die Fahrt dauerte fast 45 Minuten und führte uns entlang der berühmten Rambla de Montevideo und brachte uns schließlich direkt zu unserem Hotel.
Unser erster Tag in Montevideo
Entgegen unseren Erwartungen konnten wir sogar sofort einchecken, was die Situation nach dem langen Flug natürlich deutlich entspannte.

Also schnell aufs Zimmer:
- Koffer auspacken
- kurz frisch machen
- und dann raus in die Stadt
Denn nach all der Planung, der langen Anreise und den ersten Eindrücken wollten wir endlich sehen, wie sich Montevideo wirklich anfühlt.
Und so begann unser erster Spaziergang durch eine Stadt, die oft als eine der entspanntesten Hauptstädte Südamerikas beschrieben wird um erste Eindrücke für unseren Reisebericht Uruguay zu sammeln.
Tipps für den Mercado del Puerto in Montevideo
Der Mercado del Puerto gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Montevideo und ist ein Pflichtstopp für alle, die die uruguayische Küche kennenlernen möchten und gehört auf jeden Fall in einen Reisebericht Uruguay.
Damit dein Besuch dort wirklich lohnt, hier ein paar praktische Tipps.
Beste Besuchszeit
Der Mercado del Puerto ist besonders mittags und am frühen Nachmittag lebendig. Dann sind die Grills voll in Betrieb und die Atmosphäre ist am authentischsten.
Am Wochenende kann es allerdings sehr voll werden, da auch viele Einheimische hier essen gehen.
Was man unbedingt probieren sollte
Wenn du im Mercado del Puerto essen gehst, solltest du unbedingt ein klassisches Asado bestellen.
Typische Spezialitäten sind:
- Bife de chorizo (Rindersteak)
- Chorizo (Grillwurst)
- Morcilla (Blutwurst)
- Parrillada – eine große Grillplatte mit verschiedenen Fleischsorten
Für den schnellen Snack zwischendurch bieten sich natürlich auch Empanada an, die man überall rund um die Markthalle bekommt.
Der Mercado ist zwar ein touristischer Hotspot, aber die Preise sind im internationalen Vergleich immer noch moderat.
Für ein gutes Grillgericht inklusive Getränk solltest du etwa 20–30 Euro pro Person einplanen.
Atmosphäre und Erlebnis
Was den Mercado del Puerto besonders macht, ist die offene Grillkultur. Die riesigen Grills stehen meist direkt im Gastraum, sodass man den Köchen beim Grillen zusehen kann.
Der Duft von Holzkohle, Fleisch und Rauch gehört hier genauso zum Erlebnis wie das Stimmengewirr der Gäste.
Tannat in der Ciudad Vieja – Weinprobe im Almacén
Am Nachmittag zog es uns noch einmal in die historische Altstadt Ciudad Vieja, wo wir im charmanten Almacén Ciudad Vieja einkehrten.

Tannat gilt als Nationalwein Uruguays und ist international zwar weniger bekannt als Malbec aus Argentinien, hat aber einen ganz eigenen Charakter. Kräftig, tiefdunkel, mit intensiven Tanninen und Aromen von dunklen Beeren – ein Wein, der hervorragend zur fleischlastigen Küche des Landes passt und perfekt ein Asado begleitet.
Für uns war es die erste bewusste Begegnung mit einem uruguayischen Tannat – und definitiv ein Highlight unseres kulinarischen Montevideo-Erlebnisses.
Besonders spannend wurde der Abend durch ein Gespräch mit unserem Kellner, der ursprünglich aus Argentinien stammte.
Als er hörte, dass wir im Anschluss nach Buenos Aires weiterreisen würden, entwickelte sich schnell ein angeregter Austausch. Er gab uns bereits einige persönliche Tipps für Buenos Aires – abseits der klassischen Touristenpfade.
Solche Begegnungen machen für uns einen großen Teil einer Südamerika-Reise aus: echte Gespräche, lokale Perspektiven und Empfehlungen aus erster Hand. Kein Reiseführer kann das ersetzen.
Jetlag in Montevideo – wenn der Körper gewinnt
Nach dem langen Flug von Deutschland nach Uruguay machte sich allerdings langsam der Jetlag bemerkbar.
Eigentlich wollten wir nur kurz ins Hotel zurückkehren, um uns vor dem Abendessen etwas auszuruhen. Ein klassischer Powernap – nicht länger als 30 Minuten, so zumindest der Plan.
Die Realität sah anders aus.
Es war später Nachmittag, die Sonne stand noch über Montevideo – und wir schliefen schlichtweg ein. Tief und fest. Das geplante Abendessen fiel damit wortwörtlich ins Wasser.
Rückblickend war es vielleicht auch gar nicht schlecht. Der Flug über mehrere Zeitzonen, die Aufregung der Ankunft und die vielen neuen Eindrücke fordern ihren Tribut.
Und so endete unser erster voller Tag in Montevideo, Uruguay, etwas früher als gedacht – aber mit einem Glas Tannat und vielen neuen Eindrücken im Gepäck.
Morgenlauf an der Rambla – Montevideo aus der Läuferperspektive
Der nächste Tag begann für mich genau so, wie ich eine neue Stadt am liebsten entdecke: mit einem kleinen Lauf.
Also schnürte wir früh morgens die Laufschuhe und machte mich auf den Weg zur berühmten Rambla de Montevideo. Die kilometerlange Promenade entlang des Río de la Plata gehört zu den schönsten Laufstrecken der Stadt und ist gleichzeitig eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Montevideo.
Gerade am Morgen herrscht hier eine besonders entspannte Atmosphäre. Einige Einheimische waren bereits unterwegs – Jogger, Spaziergänger mit ihren Hunden und natürlich viele Menschen mit Thermoskanne und Mate-Becher in der Hand.
Für Läufer ist die Rambla ideal: flach, kilometerlang und mit ständigem Blick aufs Wasser.
Frühstück in Montevideo – Kaffee und Empanadas
Nach dem Lauf ging es zurück in die Nähe unseres Hotels, wo wir uns erst einmal ein kleines Frühstück gönnten.
Wie schon am Vortag griffen wir wieder zu einem Klassiker der südamerikanischen Küche: Empanada – dazu ein kräftiger Kaffee.
Empanadas erwiesen sich auf unserer Uruguay-Reise schnell als perfekter Snack: günstig, sättigend und praktisch überall erhältlich.
Mit dem Bus durch Montevideo – Stadtteile entdecken
Gut gestärkt machten wir uns anschließend daran, verschiedene Stadtteile von Montevideo zu erkunden.
Vor der Reise hatten wir einige Reiseblogs über Montevideo gelesen, um herauszufinden, welche Viertel besonders sehenswert sind. Neben der historischen Altstadt gelten vor allem die Viertel entlang der Rambla als besonders lebenswert.
Unsere kleine Stadterkundung erledigten wir ganz entspannt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nachdem wir inzwischen auch Bargeld besorgt hatten, war das deutlich einfacher als am Tag zuvor. In Montevideo bezahlt man das Busticket meist direkt beim Fahrer – und das funktioniert in der Regel nur bar.

Die Busse erwiesen sich dabei als überraschend unkompliziert: zuverlässig, günstig und eine gute Möglichkeit, auch etwas von der Stadt außerhalb der klassischen Touristenrouten zu sehen.
Mittagessen im Ola Poke – moderner Lunch in Montevideo
Zur Mittagszeit landeten wir schließlich im Ola Poke, einem modernen Restaurant, das sich auf Poke Bowls und frische Fisch-Tacos spezialisiert hat.
Nach all dem Fleisch, das Uruguay kulinarisch prägt, war das eine willkommene Abwechslung.
Wir bestellten eine Poke Bowl sowie Fisch-Tacos – beides frisch, leicht und ausgesprochen lecker. Gerade an einem warmen Tag in Montevideo war das genau das Richtige.

Auch das Publikum im Restaurant war interessant zu beobachten. Die Atmosphäre war entspannt, aber gleichzeitig sehr urban. Viele Gäste kamen offenbar aus den umliegenden Büros und genossen dort ihren Business Lunch. Einige arbeiteten sogar direkt mit dem Laptop am Tisch.
Wir hatten ein wenig das Gefühl, die einzigen Touristen im Restaurant zu sein – und konnten uns daher ganz entspannt zurücklehnen und einfach das Essen genießen, während um uns herum der ganz normale Alltag von Montevideo stattfand.
Gerade solche Momente machen für uns eine Städtereise besonders spannend: nicht nur Sehenswürdigkeiten abklappern, sondern auch einen kleinen Einblick in das lokale Leben bekommen.
5 Dinge, die du in Montevideo unbedingt machen solltest
Die Hauptstadt von Uruguay gehört zu den entspanntesten Metropolen Südamerikas. Wer nach Montevideo reist, sollte diese Highlights auf keinen Fall verpassen.Die Hauptstadt von Uruguay gehört zu den entspanntesten Metropolen Südamerikas. Wer nach Montevideo reist, sollte diese Highlights auf keinen Fall verpassen.
1. Am Mercado del Puerto Asado essen
Der Mercado del Puerto ist der perfekte Ort, um die uruguayische Grillkultur kennenzulernen. Hier gibt es einige der besten Asado-Grills der Stadt – ein Paradies für Fleischliebhaber.
2. Auf der Rambla spazieren oder laufen
Die über 20 Kilometer lange Rambla de Montevideo gehört zu den schönsten Promenaden Südamerikas.
Hier trifft sich die ganze Stadt:
- Jogger
- Radfahrer
- Familien
- Mate trinkende Einheimische
Gerade zum Sonnenuntergang über dem Río de la Plata ist die Rambla ein besonderes Erlebnis.
3. Die Altstadt Ciudad Vieja erkunden
Die historische Altstadt Ciudad Vieja ist das kulturelle Zentrum der Stadt.
Hier findest du:
- koloniale Architektur
- kleine Kunstgalerien
- Straßencafés
- historische Plätze
Der ideale Startpunkt ist das berühmte Stadttor Puerta de la Ciudadela.
4. Mate-Kultur erleben
In Uruguay sieht man überall Menschen mit Thermoskanne und Mate-Becher.
Der Grund: Mate ist hier weit mehr als nur ein Getränk – es ist Teil der nationalen Identität.
Gerade an der Rambla sieht man oft Gruppen von Freunden, die gemeinsam Mate trinken und den Blick aufs Wasser genießen.
5. Einen Ausflug nach Buenos Aires machen
Von Montevideo aus ist ein Abstecher nach Buenos Aires problemlos möglich.
Mehrere Fähren überqueren täglich den Río de la Plata, und nach etwa zwei bis drei Stunden steht man mitten in einer der faszinierendsten Metropolen Südamerikas.
Am nächsten Tag: Buenos Aires
Am nächsten Tag stand unser Abstecher nach Argentinien an – genauer gesagt nach Buenos Aires. Die argentinische Hauptstadt lässt sich von Montevideo aus relativ unkompliziert mit der Fähre über den Río de la Plata erreichen.
Man sollte sich dabei nicht irritieren lassen, dass die Fähre Buquebus heißt. Die Überfahrt selbst verlief recht unspektakulär und ruhig. Zu meiner großen Freude gab es dafür aber einen Stempel im Reisepass.
Buenos Aires empfing uns mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Weniger erfreulich waren allerdings die Taxi-Preise am Fährterminal. Für die rund vier Kilometer zu unserem Hotel wurden dort ganz lässig 50 Dollar aufgerufen – mit dem Hinweis, das seien eben die „Terminalpreise“. Da wir solche Spielchen ungern mitmachen, entschieden wir uns, mit unserem Gepäck erst einmal ein Stück in die Stadt hineinzulaufen. Und tatsächlich fanden wir dort ein Taxi, das uns für einen Bruchteil dieses Preises – und vermutlich zum realistischeren Tarif – zu unserem Hotel brachte.

Nachdem wir das Gepäck kurz aufs Zimmer gebracht hatten, machten wir uns gleich wieder zu Fuß auf den Weg in Richtung Plaza de Mayo. Der Platz ist das historische und politische Herz von Buenos Aires und liegt im Finanzviertel Microcentro im Stadtteil Monserrat. Rund um den Platz befinden sich einige der wichtigsten Gebäude des Landes: der Cabildo of Buenos Aires, die Casa Rosada, die Buenos Aires Metropolitan Cathedral, das Rathaus sowie die Zentrale der Banco de la Nación Argentina.

Wir kamen genau zum richtigen – oder vielleicht auch falschen – Zeitpunkt: Auf dem Platz fand gerade eine abendliche Demonstration einiger linker Gruppen statt, begleitet von entsprechend starker Polizeipräsenz. Als Hamburger hat man mit Veranstaltungen wie dem Hamburger Hafengeburtstag oder dem 2017er Gipfel ja durchaus Erfahrung mit größeren Menschenansammlungen und Demonstrationen. Wirklich beunruhigt hat uns die Situation daher nicht. Die Versammlung löste sich dann auch recht schnell auf und wir setzten uns in ein Restaurant zum Abendessen.
Im Gespräch mit mit unserem Kellner konnten wir uns dann über Milei und die positiven Effekte für Argentinien austauschen.
Ich zeigte mich dann ob der schnellen Auflösung der Demonstration etwas verwundert, und unser Kellner erzählte uns dann noch, das die Demonstranten zum Teil vom jeweiliegn politischen Flügel bezahlt würden, und deshalb auch nicht unbedingt motiviert seien, länger als notwendig Präsenz zu zeigen.
Nach dem Abendessen gingen wir dann wieder zu Fuß zurück in unser Hotel.
Am nächsten Tag spielte leider das Wetter nicht mit, in Buenos Aires herrschte leider den ganzen Tag Regen vor. Bekannte von uns, die in Uruguay leben hatten uns aber erzählt!dass sie öfter mal nach Buenos Aires zum shoppen fahren, also nahmen wir den Regentag zum Anlass, ausgiebig die Shopping Möglichkeiten in Buenos Aires auzukundschafzen. Das geht mit öffentliche Verkehrsmitteln auch sehr gut.
Tango und Grillduft in San Telmo
Der dritte Tag unserer Reise stand ganz im Zeichen von San Telmo, einem der ältesten und atmosphärischsten Viertel von Buenos Aires. Das Viertel ist architektonisch stark von Altbauten aus dem 19. Jahrhundert geprägt und vermittelt mit seinen schmalen Straßen, kleinen Plätzen und historischen Fassaden viel vom alten Buenos Aires.
Nach einer Phase wirtschaftlichen Niedergangs entwickelte sich San Telmo seit Mitte der 1990er-Jahre zunehmend zu einem lebendigen und touristisch geprägten Stadtteil. Heute findet man hier zahlreiche Bars, Antiquitätenläden und Restaurants, in denen abends oft Tangoshows stattfinden. Besonders bekannt ist der sonntägliche Antiquitätenmarkt Feria de San Pedro Telmo, der das Viertel dann in ein großes Freiluftmuseum verwandelt.
Zu den Sehenswürdigkeiten in der Umgebung zählen unter anderem der Parque Lezama, das Museo de Arte Moderno de Buenos Aires, das Argentine National Historical Museum sowie das historische Gebäude Casa Esteban de Luca.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist außerdem der Mercado de San Telmo. Auch hier dominiert – wenig überraschend in Argentinien – der Grill. Überall duftet es nach Fleisch, und Steaks scheinen praktisch zum Grundnahrungsmittel zu gehören. Wir gönnten uns dort zunächst ein schönes Glas Rotwein und ließen die Atmosphäre der Markthalle auf uns wirken.
Zum Abendessen verschlug es uns schließlich ins Perón Perón, wo wir uns – wie sollte es anders sein – ein hervorragendes argentinisches Steak schmecken ließen.
Zurück nach Uruguay nach Colonia del Sacramento – Uruguays älteste Stadt
Nach drei Tagen in Buenos Aires ging es mit der Fähre von Buquebus zurück nach Uruguay. Unser Ziel war allerdings nicht direkt Montevideo, sondern Colonia del Sacramento.
Die kleine Stadt liegt direkt am Río de la Plata und gilt als die älteste Stadt Uruguays. Besonders bekannt ist ihre historische Altstadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Kopfsteinpflaster, koloniale Häuser und kleine Gassen verleihen Colonia eine ganz besondere Atmosphäre, die stark an eine Zeitreise in die Kolonialgeschichte Südamerikas erinnert.

Für unseren Aufenthalt hatten wir ein ganzes Wochenende eingeplant. Ganz ehrlich gesagt: Colonia ist zwar ein ausgesprochen hübsches und charmantes Städtchen, aber im Grunde reicht ein voller Tag, um die wichtigsten Eindrücke zu sammeln.
Ein kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Wenn ihr über das Wochenende nach Colonia reist, solltet ihr eure Unterkunft möglichst nicht direkt an der Rambla buchen. Macht also nicht denselben Fehler wie wir. Am Samstagabend scheint es nämlich zum lokalen Volkssport zu gehören, mit allem, was einen Motor hat, die ganze Nacht die Küstenstraße entlangzufahren – selbstverständlich mit heruntergelassenen Fenstern und Reggaeton auf maximaler Lautstärke.
Den Sonntag verbrachten wir dann deutlich entspannter: gemütlich in einem Café am Ufer des Río de la Plata, mit Blick aufs Wasser und ausreichend Zeit, das ruhige Tempo der Stadt zu genießen.

Am Montagmorgen nahmen wir schließlich den Überlandbus zurück nach Montevideo, wo wir unseren Mietwagen übernahmen. Von dort aus sollte unsere Reise entlang der Küste weitergehen – in Richtung Punta del Este.
Bevor wir jedoch dorthin aufbrachen, hatten wir noch eine Zwischenübernachtung eingeplant: im Vista Hotel La Floresta im kleinen Küstenort La Floresta.
Ein Abend in La Floresta
Nach der Rückkehr nach Montevideo und der Übernahme unseres Mietwagens führte uns die Reise zunächst in den kleinen Küstenort La Floresta. Der Ort liegt direkt am Atlantik und hat gerade einmal etwas mehr als 1.500 Einwohner – entsprechend ruhig und überschaubar geht es hier zu.
La Floresta wirkt angenehm entspannt und fast ein wenig aus der Zeit gefallen. Große touristische Infrastruktur oder schicke Strandpromenaden sucht man hier vergeblich, stattdessen prägen kleine Häuser, viel Grün und eine sehr gelassene Atmosphäre das Ortsbild. Genau das machte den Charme unseres Zwischenstopps aus.

Am Nachmittag unternahmen wir einen Spaziergang entlang des Strandes und durch den Ort. Besonders auffällig war die Vegetation: Kiefern, niedrige Dünen und viel Buschland – stellenweise fühlten wir uns fast ein wenig an die Küsten Nordeuropas erinnert.

Den perfekten Abschluss des Tages bildete schließlich der Sonnenuntergang. Mit einem Bier, ein paar Snacks und einem entspannten Sundowner auf dem Balkon unseres Hotels konnten wir beobachten, wie die Sonne langsam im Meer versank – ein ruhiger, fast meditativer Moment nach den lebhaften Tagen in Buenos Aires.

Entlang der Küste nach Punta del Este
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns mit dem Wagen auf den Weg nach Punta del Este. Statt die Strecke einfach durchzufahren, nahmen wir uns Zeit für ein paar Zwischenstopps entlang der uruguayischen Küste – eine gute Entscheidung, denn die Route führt durch einige sehr schöne Küstenorte.
Unser erster Halt war Playa Hermosa, gefolgt von einem Abstecher nach Piriápolis. Beide Orte bieten weite, oft erstaunlich leere Strände und viele Plätze, an denen man gerne eine Weile verweilt. Gerade außerhalb der Hochsaison wirkt die Küste hier angenehm ruhig und fast ein wenig unentdeckt.

Ein besonderer Zwischenstopp führte uns zu Bekannten von Anne, die uns spontan zu einem Asado eingeladen hatten. Wie vermutlich in sehr vielen Häusern in Uruguay gibt es auch dort im Garten eine Parrilla Grill – einen gemauerten Grill, auf dem das Fleisch traditionell über Holzfeuer statt über Holzkohle zubereitet wird. Das Ergebnis: hervorragendes Fleisch, viel Zeit zum Reden und ein sehr entspannter Nachmittag.
Gut gestärkt machten wir uns schließlich auf die letzte Etappe unserer Fahrt. Die Straße führte weiter entlang der Küste, bis wir am Abend schließlich Punta del Este erreichten – den wohl bekanntesten Badeort des Landes.
Punta del Este – das „Monaco Südamerikas“
Kein Reisebericht Uruguay ohne Punta del Este!
Punta del Este liegt am äußersten Ende der Mündung des Río de la Plata und erstreckt sich teilweise über eine schmale Halbinsel, die von zwei sehr unterschiedlichen Küstenabschnitten umgeben ist. Auf der südwestlichen Seite liegt der ruhige Playa Mansa am Ufer des Río de la Plata, während im Osten der Playa Brava direkt zum Atlantik zeigt. Hier ist die Brandung deutlich kräftiger, und entsprechend tummeln sich in den Wellen Surfer und Kitesurfer, die scheinbar mühelos durch die Gischt kacheln.

Das Erscheinungsbild der Stadt wird entlang der Küste von zahlreichen Hochhäusern geprägt – meist Hotels oder Serviced Apartments. Viele dieser Gebäude wirken von außen ausgesprochen modern und luxuriös, oft mit großzügigen Poolanlagen, Gyms und anderen Annehmlichkeiten. Man fühlt sich ein wenig an Miami Beach erinnert. Doch es lohnt sich auch, einen Blick hinter die Rambla und die Küstenstraße zu werfen: Dort stehen beeindruckende Villen und Häuser, umgeben von gepflegten Gärten und kleinen Parks.

Punta del Este hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Einst ein kleines Fischerdorf, ist der Ort heute der wohl bekannteste Luxus-Badeort Südamerikas. Schon früh entdeckten wohlhabende Argentinier und Brasilianer die Region und bauten hier ihre Sommerhäuser. Mit der Zeit kamen internationale Investoren hinzu, und Punta del Este entwickelte sich zu einem exklusiven Treffpunkt der High Society. Heute wird der Ort nicht selten als das „Monaco Südamerikas“bezeichnet. Besonders im Südsommer von Dezember bis Februar herrscht hier mondänes Treiben: Der Yachthafen Puerto de Punta del Este füllt sich mit großen Yachten, Casinos und exklusive Clubs öffnen ihre Türen, und internationale Prominente geben sich die Klinke in die Hand.
Eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt ist die riesige Hand im Sand am Playa Brava. Die Skulptur „La Mano“, auch „Los Dedos“ genannt, wurde 1982 vom chilenischen Künstler Mario Irarrázabal geschaffen und gehört heute zu den meistfotografierten Motiven Uruguays.

Außerhalb der Hauptsaison wirkt Punta del Este dagegen fast ruhig und entspannt – beinahe ein wenig verschlafen. Gerade im Frühling oder Herbst macht genau das den besonderen Reiz des Ortes aus. Spätestens ab Weihnachten soll sich das jedoch schlagartig ändern, wenn die Sommersaison beginnt und der Badeort zum pulsierenden Treffpunkt wird.
Wir wohnten im Live Hotel Boutique, einem kleinen, ruhigen Hotel mit viel Charme. Besonders luxuriös: die Whirlpool-Badewanne im Zimmer. Morgens konnte man das Frühstück entspannt auf der Terrasse genießen, bevor es zum Strand ging oder abends in eines der vielen Restaurants der Stadt. So verbrachten wir einige wunderbar erholsame Tage in Punta del Este.

Auf dem Rückweg zum Flughafen legten wir noch einen Zwischenstopp in Atlántida ein und kehrten im La Vista UP ein – für einen kleinen Snack und ein Getränk mit Blick aufs Meer. Ein schöner Moment, um die Reise noch einmal Revue passieren zu lassen, bevor es endgültig zurückging.

Rückflug mit Hindernissen
Der Rückflug begann zunächst etwas holprig. Am Abend zuvor hatten wir online über die Website von LATAM Airlineseingecheckt – allerdings bekamen wir nur Boardingpässe bis Frankfurt am Main. Der letzte Flug nach Hamburg fehlte. Auch das Gepäck sollte laut Anzeige nur bis Frankfurt durchgecheckt werden. Also fragten wir am Flughafen in Montevideo nach, was es damit auf sich hat. Die Erklärung am Check-in-Schalter war etwas kryptisch: Der letzte Flugabschnitt werde von Lufthansa durchgeführt und sei in unserem Ticketstatus „not confirmed“. Deshalb könne man uns dafür keine Bordkarten ausstellen.
Unsere Idee war, das Problem direkt mit LATAM vor Ort zu klären. Doch ein Büro oder Schalter der Airline gibt es am Flughafen von Montevideo gar nicht – man müsse die Hotline anrufen. Gesagt, getan. Die Telefon-Hotline entpuppte sich allerdings als Geduldsprobe: eine Sprachansage, die klang, als stamme sie noch aus den 1980er-Jahren, lange Warteschleifen und am Ende keinerlei hilfreiche Information. Außer einer ordentlichen Telefonrechnung brachte uns das leider nicht weiter.
Also stiegen wir schließlich mit einem etwas mulmigen Gefühl in den Flieger und hofften, das Ganze beim Umsteigen in São Paulo klären zu können. Doch auch dort konnte – oder wollte – uns niemand wirklich weiterhelfen. So landeten wir schließlich in Frankfurt, ohne genau zu wissen, wie wir den letzten Abschnitt unserer Reise nach Hamburg bewältigen würden.
Zum Glück erwies sich die Situation am Ende als deutlich unkomplizierter als befürchtet. Am Service-Schalter von Lufthansa wurde uns schnell und pragmatisch geholfen: Wir wurden einfach auf den nächsten verfügbaren Flug nach Hamburg umgebucht. Was genau im Zusammenspiel zwischen LATAM und Lufthansa schiefgelaufen war, klären die Airlines nun vermutlich unter sich. Für uns jedenfalls endete die Reise trotz dieses kleinen Abenteuers schließlich doch noch entspannt zu Hause.
Fazit unserer Reise
Unser Urlaub war insgesamt eine spannende und sehr abwechslungsreiche Erfahrung. Wir haben viele beeindruckende Orte gesehen, tolle Landschaften entdeckt und vor allem interessante Begegnungen mit Menschen gehabt. Südamerika – und besonders Uruguay – hat sich dabei ganz anders präsentiert, als wir es vorher erwartet hatten. Gerade diese Mischung aus entspannter Atmosphäre, Natur und südamerikanischem Lebensgefühl macht die Region aber absolut sehenswert.
Ein kleiner Stolperstein kann die Sprache sein und sollte in einem Reisebericht Uruguay nicht unerwähnt bleiben: Mit Englisch kommt man zwar grundsätzlich zurecht, aber gerade in Restaurants oder kleineren Bars sprechen viele Menschen tatsächlich nur Spanisch. Ein paar Grundkenntnisse oder eine Übersetzungs-App können hier definitiv hilfreich sein.
Rückblickend würden wir bei einer nächsten Reise ein paar Dinge etwas anders planen. Wahrscheinlich würden wir eine andere Airline wählen, um die Flüge stressfreier zu gestalten. In Colonia del Sacramento hätte uns vermutlich auch ein Tag gereicht, während wir in Buenos Aires gut noch einen zusätzlichen Tag hätten verbringen können.
Was diese Reise aber auf jeden Fall nicht war: ein klassischer Badeurlaub wie vielleicht in unserem Reisebericht Uruguay deutlich wird. Stattdessen war es ein Trip voller Eindrücke, kleiner Abenteuer und neuer Perspektiven – und genau das macht ihn im Nachhinein so besonders.
Vielleicht kann unser Reisebericht Uruguay als Inspiration für andere Reisende dienen!
Kosten unserer Uruguay- und Buenos-Aires-Reise
Die folgenden Preise beziehen sich auf unsere Reise im November 2025 und sollen vor allem eine grobe Orientierung geben. Natürlich können sich Flugpreise und Hotelkosten je nach Saison, Buchungszeitpunkt und Nachfrage deutlich unterscheiden.
Flüge nach Uruguay
Für unseren Flug von Hamburg nach Montevideo mit LATAM Airlines haben wir etwa 1.100 Euro pro Person bezahlt. Im Preis enthalten waren 23 kg Aufgabegepäck sowie die komplette Strecke mit Umstieg über Frankfurt und São Paulo.
Hotelpreise in Montevideo
In Montevideo haben wir für ein Doppelzimmer etwa 50 US-Dollar pro Nacht bezahlt. Damit liegt Uruguay zwar preislich etwas über vielen anderen Ländern Südamerikas, im internationalen Vergleich sind die Hotelpreise aber immer noch moderat.
Übernachten in Buenos Aires
Während unseres Aufenthalts in Buenos Aires haben wir uns eine Junior Suite für rund 70 US-Dollar pro Nacht gegönnt. Für eine Metropole dieser Größe war das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich sehr gut.
Unterkunft an der Küste
Auch entlang der uruguayischen Küste bleiben die Preise überschaubar:
- La Floresta: etwa 70 US-Dollar pro Nacht für ein Doppelzimmer
- Punta del Este: etwa 90 US-Dollar pro Nacht
Gerade außerhalb der Hauptsaison lassen sich hier häufig sehr gute Angebote finden.
Mietwagen in Uruguay
Für unseren Roadtrip entlang der Küste haben wir in Montevideo einen Mietwagen (VW Golf) übernommen. Die Kosten lagen bei etwa 50 Euro pro Tag, zuzüglich Benzin und gelegentlicher Mautgebühren auf den Schnellstraßen.
Gerade wenn man mehrere Orte entlang der Küste besuchen möchte, ist ein Mietwagen in Uruguay eine sehr komfortable und flexible Lösung.
Viele Grüße
Heiko
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